Klopfereien

Dietmar Schwalke und die Tücken des Fingersatzes

Der israelische Komponist Noam Sheriff hat ein Stück für die 12 Cellisten geschrieben, Tre’y-Assar, bei dem jeder einzelne eine Kadenz zu spielen hat – was schon zu Rangeleien führte, wer denn die längste und schwierigste Kadenz spielen dürfe. Dietmar Schwalke kann sich auf jeden Fall nicht beklagen, enthält seine Kadenz doch einen wirkungsvollen Sprung in höchste Lagen (in den „ewigen Schnee“), der nicht unproblematisch zu bewerkstelligen ist, mit dem sich aber gehörig Eindruck schinden lässt.

Er hat sich einen Fingersatz zurechtgelegt, mit dem er den hohen Ton vor dem eigentlichen Erklingen prüfend „anklopfen“ kann. Das hört das Publikum nicht – aber leider die Kollegen. Nachdem anfänglich nur ein bisschen gegrinst wurde, haben die inzwischen nichts Besseres zu tun, als den kadenzierenden Dietmar mit einem allgemeinen Geklopfe zu imitieren. Und das im Konzert: „Tapp, tapp, tapp.“ „Das ist so gemein, ich kann die Stelle eigentlich gar nicht mehr vernünftig spielen. Ich habe schon andere Fingersätze probiert, aber der Klopffingersatz funktioniert leider am besten.“

Liebes Publikum: Wenn’s im Konzert klopft, begehrt nicht unbedingt jemand Einlass!

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